Bericht Field Trial Training

07.07.08

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Am 11. und 12. August 2007 fand in Bad Kreuznach, im Revier von Thomas Anheuser, das erste Field Trial Seminar mit Norma Zvolsky und Thomas Anheuser statt.

Was ist ein Field Trial?

Der sogenannte Field Trial ist eine jagdliche Prüfung, die im Verlauf einer Niederwildjagd auf warmes Wild abgehalten wird. 

Man unterscheidet bei Field Trials zwei unterschiedliche Leistungsstufen:

Field Trial a l’anglaise
Die Hunde werden beim Field Trial ohne Leine vorgestellt und geprüft.
 

Field Trial à la française
Die Hunde dürfen während der Prüfung an der Leine vorgestellt werden.

Trainiert wurde für alle Hunde a l'anglaise. Anstelle von warmem Wild wurde jedoch mit vielen unterschiedlichen Dummys gearbeitet. Insgesamt nahmen leider nur 4 Teams teil, was dadurch für alle ein wenig mehr Anstrengung bedeutete.

Teilnehmer waren:

  Manfred Pauels mit Balko FR, Julia Bredebach mit Ernie LR, Thomas Kühn mit Chaplin GR und Walter Coenen mit Areca FH, ein buntes Gespann sozusagen.

Bei der Begrüßung und den theoretischen Vorgesprächen einigten wir uns darauf, dass wir den Tag vom Ablauf her genau so gestalten wollten, als wären wir auf einem richtigen Field Trial unterwegs. So ging es dann auch los. Wir platzierten unsere elektrischen Helfer an den entsprechenden Geländepunkten und simulierten zunächst ein längeres Treiben, in dem etliche Dummys geschossen wurden. Hier wurde auch zur Verleitung vor der Line, hinter und neben den Hunden mit dem Dummylauncher gearbeitet. Am Ende des Treibens lagen dann ca. 30 Dummys in Distanzen von ca.10 Meter bis ca.130 Meter verteilt im Gelände. Es wurde von jedem Führer erwartet, sich so viele Fallstellen wie möglich einzuprägen (markieren), da ja niemand wusste, wer wann welches Dummy holen sollte. Nachdem das Treiben als beendet erklärt wurde, erklärte uns Norma noch einige wichtige Punkte zum Verhalten auf dem Stand. Wie wird wer in die Line gerufen etc, eben genau nach Regelement eines Field Trials. Nachdem wir ca. 20 Minuten über die ein oder andere Frage gesprochen hatten, begann nun die Arbeit für unsere Hunde. Thomas und Manfred bekommen neue Instruktionen von Norma

Zunächst wurden je Hund zwei Retrieves gearbeitet. Nachdem der erste Hund diese hatte, kam der dritte Hund für den ersten Hund in die Line, ebenso rückten dann die Hunde im Wartebereich einen Platz auf. Schon nach den ersten Retrieves wurde bereits überlegt, wo denn nun die Fallstellen genau waren. Da hatten wir als Menschen schon so unsere Probleme. Gut, dass wir unseren Steward dabei hatten, der sich während des Treibens auf einer selbst erstellten Karte vermerkte, wo wie viele Dummys waren. Hier noch mal einen Dank an Daniela, die auch teilweise noch einige Fotos gemacht hat. Nachdem wir alle Dummys abgearbeitet hatten, mussten wir feststellen, dass wir selber als Führer viel, viel besser und vor allen Dingen über einen langen Zeitraum, markieren lernen müssen, um unsere Hunde zum Erfolg kommen zu lassen. Hier tun sich Welten auf, im Gegensatz zu einem Workingtest. Das mussten wir uns alle, als nicht gerade unerfahrene Führer, eingestehen. Auch haben wir erneut lernen müssen, den Wind zielgerichtet einzusetzen und, dass im Zweifel der Hund eben doch die bessere Nase hat, als der Führer ein Gedächtnis. Mit diesem Wissen planten wir dann das zweite Treiben im gleichen Gelände. Jedoch wurden alle Positionen, Launcher, Helfer, Standort etc. verändert. Auf ein Neues also.

Das Gelände befindet sich in einem wunderbaren Tal, was alles zu bieten hat, was man so für das Training mit unseren Hunden benötigt. Angefangen von Wald, Buschwerk über Wiese mit hohem und niederem Bewuchs, bis hin zu Rapsfeldern, Brachen und Weinbergen, sowie kleinen Bachläufen etc.

Nach Abschluss des zweiten Treibens wurden alle Punkte, die uns vorher aufgefallen waren, noch einmal genau besprochen. Und so versuchte jeder seine Sache besser zu machen und die gemachten Erfahrungen aus dem ersten Treiben richtig umzusetzen. Nachdem dann jeder Hund seine ersten zwei Retrieves hatte, wurde aufgrund der Geländegegebenheiten die Position der Gespanne so verändert, dass die vorher sicher geglaubte Führermarkierung dahin war. Dies war unumgänglich, da die Hunde sonst eine 150 Meter Markierung hätten arbeiten müssen, wobei der Hund nur die ersten 10 Meter für den Führer zu sehen gewesen wäre. Die Distanzen blieben die gleichen, aber die Position wurde so gewählt, dass der Hund zwischendurch immer wieder ein kleines Stück für den Führer sichtbar war. Es wurde z.B. diagonal durch einen Weinberg in eine Brachfläche mit hohem und niederem Bewuchs gearbeitet. Das ganze für den Hund Berg auf, so konnte man als Führer den Hund gelegentlich sehen und ihn bei Bedarf lenken. Nach dem zweiten Treiben wurde dann erst einmal eine ausgiebige Mittagspause gemacht, die hatten sowohl Hund als auch Führer sich redlich verdient.

Nach der Mittagspause wechselten wir dann in ein neues Gelände mit Bachlauf, hohem Bewuchs, Wiese, Obstwiese Feld etc. Dort angekommen, dachten sich Norma und Thomas einige sehr schöne Standorte für die Launcher aus, und das dritte und anspruchvollste Treiben des Tages begann. Diesmal flogen die Dummys auch wieder in alle möglichen Richtungen, wobei einige nur per Schuss markiert werden konnten, da diese seitlich verdeckt nach hinten über einen Bach geschossen wurden. Die Hunde markierten zwar den Schuss der seitlich viel, hatten aber kaum eine Chance die nach hinten fliegenden Dummys zu sehen.

Hier ist Areca bei der Arbeit,

Nach diesem dritten Treiben, wurde dann aufgrund der mittlerweile recht anstrengenden Temperaturen  beschlossen, den Tag abends bei einem gemeinsamen Essen in gemütlicher Runde zu beenden. Alle Hunde arbeiteten am ersten Tag ca. 25 Dummys, das ganze bei Entfernungen von ca. 20 Metern bis zu 150 Metern. Nach dem Treiben wurde natürlich auch wieder recht genau analysiert, wo welcher Hund und welcher Führer sich hätten besser verhalten können und müssen, um schneller zum Erfolg zu kommen. Ich sage nur, der Wind, der Wind. Fast alle haben sich super auf die Richtung konzentriert, jedoch aus der Situation heraus nahezu vergessen, den Wind in der jeweiligen Richtung korrekt zu bewerten. So wurden die Hunde zwar gehandelt, aber aufgrund der Führerfehler teilweise recht kompliziert zum Stück gelenkt. Letzten Endes stellten wir alle fest, dass wir in manchen Situationen den Hund einfach hätten weiterlaufen lassen sollen, damit er in den Wind kommt und ihn dann per Kommpfiff so zurück zu pfeifen, dass er fast über das Dummy stolperte. Hier konnte man interessanter Weise sehen, dass wir trotz aller  Erfahrung mit unseren Hunden, oftmals die Basics vergessen hatten.

Am Sonntag ging es dann weiter, allerdings nur noch mit zwei Hunden.

Also mussten wir das geplante Programm leider etwas ändern. Die geplante Taubenjagd wurde leider aufgrund mangelnder Schützen und nun auch weniger Hunde abgesagt.

Also haben wir uns dann entschieden, die Fehler vom Vortag, soweit es möglich war, zu korrigieren. Wir begannen wieder im Tal des Vortages. Hier wurde dann entsprechend ein neues Treiben vorbereitet. Zuerst wurden die Launcher so platziert, dass die erste Markierung in ca. 90 Meter Entfernung und die zweite Markierung ca. 140 Meter Hang abwärts auf eine leicht bewachsene Wiese viel. Ziel war es, die Hunde über die alten Fallstellen hinweg in gerader Linie auf die weiteren Markierungen zu schicken. Hier mussten dann Normas Hunde auch mit in die Line, damit genügend Hunde dabei waren. Nach dieser Übung wurde der Aufbau vom Vortag weiter fortgesetzt. Gerades Voran durch eine Hecke stand auf dem Plan. Wir bauten die Übung so auf, dass als erstes je eine Markierung für den Hund über die Hecke flog und dieser dann arbeiten musste. Nach der Übung wurde dann je ein Launcher so platziert, dass vier Markierungen vor und 4 Markierungen hinter diese Hecke flogen. Normas junge Hunde durften als erste arbeiten und je eine der vorderen Markierungen holen. Chaplin und Areca mussten entsprechend lange warten, bevor Sie je ein Dummy holen durften. Nachdem alle Dummys bei uns waren, wurde die Übung seitenverkehrt aufgebaut. Dieses Mal flogen die Dummys nicht auf die Wiese, sondern auf ein brach liegendes Rapsfeld, sowie der Kannte eines Weinberges entlang. Es wurde immer wieder über die alten Fallstellen hinweg gearbeitet. Diese Übung haben wir dann zur Festigung noch einmal, jedoch mit weiterer Distanz wiederholt. Nachdem alle Hunde dies erfolgreich gemeistert hatten, hatten wir uns ein Mittagessen verdient.

Da Areca und Chaplin langsam aber sicher an „K.O.- Erscheinungen“ litten, beschlossen wir dann am Nachmittag noch mal ans Wasser zu fahren und auch dort ein Treiben zu organisieren. Thomas schnappte sich den Dummy Launcher und schoss Dummys in und über das Wasser hinweg. Die Distanzen waren hier nicht so weit, da unsere beiden ja schon einiges geleistet hatten. Nachdem die Dummys verschossen waren, teilte uns Thomas mit, welches Dummy er von wem haben wollte. Hier war, aufgrund der hohen Temperaturen, das Warten für Areca und Chaplin recht anstrengend. Das Wasser hingegen stellte einige kleine Tücken dar, die Thomas entsprechend eingebaut hat. Eine kleine Seeroseninsel, in die ein Dummy gefallen war, stellte noch einmal den absoluten Finderwillen von Areca heraus, aber auch die von Chaplin im tiefen Schilf.

Nachdem alle Dummys apportiert waren, wurde das Seminar mit einer ausführlichen Abschlussbesprechung beendet, und wir fuhren erschöpft, aber sehr zufrieden gen Heimat.

Das Wochenende war auf jeden Fall ein sehr interessantes und zugleich sehr lehrreiches Seminar für uns alle. Ich persönlich werde dieses Seminar sicherlich noch einmal wiederholen. Aus meiner Sicht kann ich dieses Seminar nur jedem empfehlen, der seinen Hund auf Field Trials führen möchte. Es ist schon etwas ganz anderes, als das Führen bei einem Workingtest. Man weiß nicht, wann man an der Reihe ist, welches Dummy man arbeiten muss. Führer und Hund müssen die ganze Zeit voll bei der Sache sein, alles markieren was so fällt und aufpassen, welcher Hund welches Dummy bereits geholt hat. Das ist Konzentration pur, auch das muss gelernt werden. Hier hatten wir als Führer schon das ein oder andere Problem.

Last but not least, ich fahre auf jeden Fall noch einmal hin.

 

W. Coenen

 

    Weitere Bilder des Seminars sind unter Trainingsimpressionen FT Seminar in kürze zu finden.

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Stand: 01.07.08